Weniger ist mehr: mein 2022.


Das Jahr 2022 hat eigentlich gut angefangen. Silvester war entspannt im ganz (ganz) kleinen Kreis, am 1. Januar waren meine Frau und ich Langlaufen bei Kaiserwetter. Der Ausflug endete nach ungefähr 500 Meter mit einem Sturz, aber bis dahin war es wirklich schön.


Am 7. Januar ging es mir dann nicht besonders gut, einen Tag später wurde ich positiv auf Corona getestet. Einen Tag vorher schon unser mittleres Kind, dann die Jüngste, dann meine Frau. Jackpot. Die Kinder haben das super weggesteckt und mehr oder weniger ohne Symptome überstanden. Von meiner Frau und mir kann man das nicht behaupten. Trotz Impfung hat es uns ziemlich zerschnitzelt. Das Positive an dem Knock-out, wenn man das so sagen will: Ich hatte viel Zeit, das vergangene Jahr zu reflektieren und mir Gedanken zu machen, was ich von 2022 erwarte.


Auf Twitter (die Ironie wird euch bald bewusst werden) hatte ich schon angekündigt, dass ich dazu einen Blog-Beitrag verfasse. Einerseits, um mich zu erklären (weil einige von euch sicher merken werden, dass sich etwas geändert hat), andererseits um zum Nachdenken anzuregen.


Ich habe 2021 viel Zeit darauf verwendet, meine Autorenkarriere voranzubringen. Dachte ich. Teilweise stimmt das auch. Ich habe viel geschrieben, aber auch sehr viel 'außen rum' gemacht: Social Media, Blogging, Marketing, etc. Das macht alles unfassbar viel Spaß, aber es frisst Zeit. Zeit, die mir an anderer Stelle fehlt. Wenn ich, da kommt der BWLer in mir durch, eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstelle, lohnt sich das einfach (noch) nicht. Daher habe ich beschlossen, 2022 wesentlich weniger Zeit für Social Media, Marketing, Werbung, etc. aufzuwenden. Natürlich bin ich in der komfortablen Position, einen Verlag gefunden zu haben, die einiges von dem übernehmen wird, was ich bisher in Eigenregie gemacht habe. Dennoch werde ich weiterhin auch im Selfpublishing veröffentlichen, aber weniger Zeit und Energie darauf verschwenden, Werbung für mich selbst und meine Bücher zu machen. Ich hatte dazu vor einiger Zeit schon mal einen Blog-Beitrag verfasst und ich versuche, mich jetzt selbst daran zu halten. Schreiben, ab und an auf Twitter aktiv sein, Instagram den anderen überlassen und regelmäßig bloggen. Was immer regelmäßig bedeutet. Für aktives und intensives Social Media ist mir meine Zeit aber (sorry, not sorry) zu schade (geworden).


Die Pandemie macht mir sehr deutlich, was wirklich zählt: Zeit mit den Menschen verbringen, die ich liebe. Mein Job ist mir wichtig, auch darauf will ich wieder mehr Fokus legen. Schreiben ist mir wichtig, ich plane 3-4 Bücher dieses Jahr. Sport hat einen großen Stellenwert in meinem Leben, außerdem Reisen und ein paar andere Hobbys. Ich habe mir vorgenommen, 2022 etwas Neues zu lernen - auch das kostet Zeit.


Wenn ich alles, was mir wichtig ist, in eine Liste packe (habe ich getan), meine Werte aufschreibe (tat ich ebenfalls) und mir dann überlege, wie viel Zeit ich für die jeweiligen Dinge aufzuwenden bereit bin, fällt Social Media raus. Versteht mich nicht falsch, ich mag die Menschen, die ich auf Twitter und Instagram kennengelernt habe sehr. Die Bubble dort hat mir unfassbar viel geholfen - das wird hoffentlich auch so bleiben. Ich verschwinde ja nicht, mache das ganze nur nicht mehr so intensiv, mehr geplant und zielgerichteter und mit wesentlich weniger Zeitinvestment.


Ich werde auch öfter 'Nein' sagen. Ironischerweise sage ich meinen Kunden immer, dass das Wort 'Nein' der größte Freiheitsbringer ist. Nichts verschafft dir mehr Zeit und Fokus. Leider bin ich besser darin, Tipps zu geben, als mich selbst daran zu halten. Auch das werde ich 2022 ändern. Wundert euch also nicht, wenn ich Projekte absage oder etwas länger benötige, um Fragen von euch zu beantworten.


Das Leben ist kurz und was am Ende von mir bleibt, ist wichtig für mich. Werte, die ich meinen Kindern vermitteln will, Bücher, die ich der Nachwelt hinterlassen möchte, Arbeit, die sinnstiftend und nachhaltig ist. Tweets sind es nicht. Von dem ganzen Social-Media-Zeug wird in 30 Jahren ohnehin nichts mehr da sein.


TL'DR: Ich bin noch da, aber wesentlich weniger, weil ich meinen Fokus für 2022 ganz klar gesetzt habe. Social Media gehört nicht dazu.


Passt auf euch auf und bleibt gesund!

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