Rezension: SCREAM RUN DIE

Die großartige Tanja Hanika hat »Scream Run Die« neu aufgelegt und ich durfte den Horror-Roman vorab lesen.


Worum geht es?

Angetrunken überfährt Milton etwas. Ist es ein seltsames Tier oder womöglich doch ein Dämon aus der Hölle?

Um keinen Beweis für seine Tat zurückzulassen, packt Milton das unheimliche Wesen in seinen Kofferraum – und feiert mit seinen Freunden eine Party. Statt es endlich loszuwerden, benutzen er und seine Teenager-Freunde das Blut der Kreatur für eine Geisterbeschwörung, mit der sie ihren Abend aufpeppen möchten.

In derselben Nacht streicht ein Killer mit Pestarzt-Maske um das Haus, angezogen von dem toten Körper in Miltons Kofferraum und all den Jugendlichen, die es offensichtlich darauf anlegen zu sterben. Keinen Einzigen von ihnen will er am Leben lassen.

Warnung: Blut, Gewalt und Übersinnliches treffen in diesem Slasherroman auf verrückte Entscheidungen und auf einen nicht besonders cleveren Protagonisten.

Inklusive »Suvival-Tipps« des Killers.

Wer Tanja kennt, der weiß, dass ihre Horror-Geschichten einen ganz eigenen Ton haben. Nicht jedermanns Sache – muss es auch nicht sein – aber ich mag ihn sehr. Unaufdringlich und schnörkellos wird hier ein Szenario geschaffen, welches wir schon in unzähligen Filmen und Büchern erlebt haben. So scheint es zumindest zunächst. Aber Tanja wäre nicht Tanja, wenn sie bekannte Klischees einfach übernehmen würde, ohne ihnen ihre eigene »Sprache« zu verpassen. Das gelingt ihr bei »Scream Run Die« an den meisten entscheidenden Stellen ausgezeichnet. Dem ein oder anderen Klischee erliegt sie dennoch, was der Lesefreude allerdings keinen Abbruch tut.

Zum Inhalt will ich gar nicht allzu viel mehr sagen als der Klappentext oben schon beschreibt, Spoiler wären sonst nur schwer zu vermeiden – es ist eben ein Kurzroman.

Die Protagonisten sind glaubhaft und mit der richtigen Portion »Tiefe« beschrieben, man identifiziert sich schnell mit ihnen und kann fühlen, wie die Luft dünner wird. Der Killer wechselt zwischen dem lustig anmutenden »Scream-Killer« (der mit der großen, weißen Maske) und Freddy Kruger. Ob das Absicht war, kann ich nicht sagen und ich bin mir noch nicht abschließend darüber im Klaren, ob es mich beim Lesen irritiert hat, nervig oder störend war es aber keinesfalls.

Zusammenfassend lege ich »Scream Run Die« allen Horror-Fans ans Herz, die eher auf die »leise« Art des Genres stehen. Man kann die Angst aller Beteiligten nachfühlen, liest sich zügig durch die Seiten und das Ende lässt einen befriedigter zurück, als ich erwartet hätte.

Viel Vergnügen mit diesem kurzweiligen Horror-Roman – lesen lohnt in jedem Fall!

Du willst, dass ich Dein Buch lese und eine Rezension schreibe? Schick mir eine E-Mail, ich freue mich immer über neues Lesefutter. :)

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