Mit Kritik umgehen und Selbstzweifel ausräumen



Wir schreiben alle nur für uns selbst und Kritik prallt ab wie an einer Teflon-Pfanne. Glaubst Du nicht? Ich auch nicht.

Wer schreibt, will in der Regel gelesen werden. Die Größe des Publikums kann natürlich variieren, aber wer veröffentlicht, setzt sich zwangsläufig Kritik aus.


»Was ist das denn für ein Müll?«


Kommt vor. Um ehrlich zu sein, vieles von dem, was ich früher geschrieben habe, war Müll (was auch heute noch auf beinahe jede meiner Rohfassungen zutrifft 🤷🏻‍♂️). Aber ich hielt es für brillant. Na gut, vielleicht nicht gerade brillant, aber gut genug, um es zu veröffentlichen. Hat mich die Kritik gestört? Natürlich! Ich habe auch oft an mir gezweifelt, tue ich heute noch. Dennoch sorgt Kritik hauptsächlich für eins: Ich arbeite an mir. Jeden Tag, immer, wenn ich schreibe. Dann rufe ich mir die Stimmen meiner schärfsten Kritiker ins Gedächtnis und schreibe für sie. Ich stelle mir vor, wie sie über meinen Text richten und versuche, berechtigte Kritik schon während der ersten Überarbeitung zu adressieren. Das sind bisweilen seltsame Selbstgespräche in meinem Kopf, aber sie helfen, meinen Text aus einer anderen Perspektive zu lesen.


Wissen, woher Kritik kommt


Kritik ist nicht gleich Kritik. Selbst positive Rückmeldungen sind wenig bis nichts wert, wenn sie von den falschen Menschen kommen. Deine Freunde sind selten ehrlich zu Dir, nicht in dem Maße, in dem sie es sein sollten. Deine Mutter vermutlich auch nicht. Negative, nicht konstruktive Kommentare, helfen nicht, sie verletzen nur. Es ist daher sinnvoll, genau hinzuschauen, wer hier in welcher Art und Weise kritisiert. Bei Amazon einfach andere Rezensionen desselben Verfassers lesen; die schlagen oftmals in dieselbe Kerbe und wollen nur provozieren oder beleidigen.


Nicht jeder liebt Stephen King


Kann ich nicht verstehen, aber akzeptieren. Was ich damit sagen will: Auch der große Stephen King, der bisher über 400 Millionen Bücher verkauft hat, bekommt massenhaft schlechte Rezensionen. Niemand mag alles, muss auch nicht sein.


Dieser eine Fan


Dir gefällt, was Du schreibst? Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es mindestens einen weiteren Menschen auf dieser Welt gibt, der ebenfalls gut findet, was Du tust. Und für diesen Menschen schreibst Du. So einfach ist das. Wenn aus dem einen dann zwei, drei, viele werden, super. Wenn nicht, arbeite weiter an Dir. Im Laufe der Zeit wirst Du Dich selbst besser finden, und damit weitere Leser*innen gewinnen. Aber stelle Dir beim Schreiben diesen einen Fan vor - und schreibe für sie oder ihn.


Es ist die Sache, nicht der Mensch


Tatsache ist, dass sich die meisten Menschen viel weniger für Dich interessieren, als Du vielleicht glaubst. Und noch viel weniger wollen Dir wirklich helfen oder irgendwie konstruktiv sein. Wenn man sich diesen Umstand bewusst macht, ist alles nur noch halb so schlimm. Nehme Kritik von Menschen an, die es gut mit Dir meinen (davon gibt es jede Menge!) und ignoriere alle anderen. Vergiss dabei nicht, dass sich Rezensionen immer auf die Sache beziehen, nicht auf Dich als Autor*in oder Mensch (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau daran reibt?).

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