Grußwort zu #ANGST

Am 26.6.21 ist es endlich soweit und Du kannst #ANGST überall dort kaufen, wo es Bücher gibt.


Um die Spannung ein wenig zu erhöhen, habe ich mich dazu entschlossen, das Grußwort hier vorab zu veröffentlichen (du kannst es ohnehin in der Leseprobe lesen 😅 https://bit.ly/3z6TuNE).


Grußwort

Kurzgeschichten sind so eine Sache. Auf der einen Seite zu kurz, um als eigenständiges Werk veröffentlicht zu werden, auf der anderen Seite thematisch oft zu weit voneinander entfernt, um in einem Buch zu erscheinen.

So sammelten sich im Laufe der letzten Jahre einige Geschichten an, die allesamt ganz unten in meiner digitalen Schublade lagen und auf ihren großen Tag gewartet haben. Dieser ist jetzt gekommen, ohne dass es Absicht oder gar geplant gewesen wäre.

Alle Erzählungen entwickelten im Laufe des Schreibprozesses eine Art Eigenleben (was mir, offen gestanden, bei allem passiert, was ich schreibe). Sie wuchsen, veränderten sich und erzählen am Ende ihre eigene Tragödie. Und wer bin ich, meinen Geschichten sagen zu können, wie sie entstehen, fortlaufen oder enden sollen? Also lasse ich den Dingen ihren Lauf, lasse mich von ihnen fesseln und in ihren Bann ziehen und bin jedes Mal selbst überrascht, wohin sie mich am Ende führen.

Corona hat vielen von uns, mich eingeschlossen, mehr Zeit verschafft als uns vielleicht lieb war (oder immer noch ist), und wie nutzt man diese Zeit als Autor am besten? In dem man schreibt? Auch, natürlich. Ich nutzte die gewonnene Zeit, alte Geschichten hervorzuziehen, in meiner digitalen Ablage Ordnung zu schaffen und auszusortieren. Dabei fiel mir auf, dass es offenbar doch ein paar dieser Kurzgeschichten geschafft hatten, sich einem Thema zu verschreiben.

So entstand die Idee zu diesem Kurzgeschichtenband. Jede Erzählung beschäftigt sich mit dem Grundthema Angst. Geboren sind sie aus meinen eigenen Ängsten heraus, sind also sehr präsent und, wenn man so will, alltäglich und allgegenwärtig.

Insgesamt haben es fünf Kurzgeschichten in diesen Band geschafft. Die Erste, Polaroid, ist zugleich die älteste von ihnen. Die Idee dazu entstand 2017, als ich nachts in meinem dunklen Badezimmer stand und ein seltsames Tropfgeräusch hörte, dessen Ursprung ich nie ausmachen konnte.

Die Inspiration für Sarah lieferte meine Tochter, als wir von einem Familientreffen nachhause fuhren und sie unvermittelt anfing, unheimliche Grimassen zu schneiden.

Meine Tochter war es auch, die Todesangst beeinflusste, weil ich in dieser Geschichte die mir ständig gegenwärtige Angst ihres plötzlichen Verschwindens verarbeitet habe.

Versteckt schrieb ich im Zuge einer Ausschreibung für eine Anthologie. Sie wurde nicht aufgenommen und schlummerte beinahe ein Jahr lang auf meinem Rechner, bis ich begann, sie komplett zu überarbeiten und nun davon überzeugt bin, dass sie es verdient hat, veröffentlicht zu werden.

In der letzten Geschichte, Dämonen, verwandelt sich ein liebevoller und liebender Familienvater in die schlimmste Version seiner selbst.

Wir alle kämpfen mit den unterschiedlichsten Ängsten. Das Treibholz in unserer Seele aber, die auslösenden Faktoren, sind vermutlich bei allen Menschen gleich. Ich bin davon überzeugt, dass auch Du eigene Ängste in den Geschichten wiederentdecken wirst. Begib Dich in die Abgründe Deiner ganz eigenen Angst. Ich wünsche Dir dabei viel Vergnügen.

Dein Ben Kohler

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